Am 23. April 2026 fand im Neufeldersee Hotel der "Tag der Diversität" statt. Die Veranstaltung wurde von der Bildungsdirektion Burgenland in Kooperation mit der Privaten Pädagogischen Hochschule (PPH Burgenland) organisiert. Durch das Programm führte Moderator Walter Reiss. Zahlreiche Pädagoginnen und Pädagogen aller Schultypen nahmen an der Tagung teil.
Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fundierte Einblicke in zentrale Aspekte von Diversität im Bildungssystem. In mehreren Fachvorträgen wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse präsentiert und deren Bedeutung für die schulische Praxis aufgezeigt.
Einen Schwerpunkt setzte Elli Scambor, Geschäftsleiterin des Instituts für Männer- und Geschlechterforschung, mit ihrem Vortrag zu fürsorglichen Männlichkeitsbildern und Gewaltprävention. Sie beleuchtete den Wandel von traditionellen hin zu sogenannten „Caring Masculinities“ und zeigte auf, dass klassische Männlichkeitsnormen wie Stärke, Kontrolle und emotionale Zurückhaltung mit erhöhtem Gewalt- und Risikoverhalten einhergehen können. Demgegenüber stellen fürsorgliche Männlichkeitskonzepte Empathie, Selbstfürsorge und Gewaltverzicht in den Mittelpunkt. Zugleich zeigte Scambor auf, wie fürsorgliche Männlichkeit in pädagogischen Kontexten gestärkt werden kann.
Roland Grabner, Universitätsprofessor am Institut für Psychologie der Universität Graz und Leiter des Arbeitsbereichs Begabungsforschung/Talent & Learning Research, stellte das integrative TAD-Modell (Talent Development in Achievement Domains) vor. Dieses psychologische Rahmenmodell beschreibt auf Basis aktueller Forschung, wie sich Talententwicklung in unterschiedlichen Entwicklungsphasen vollzieht und anhand welcher Merkmale sie in verschiedenen Leistungsdomänen erkannt werden kann. Aus dem Modell lassen sich zudem Implikationen für die schulische Praxis und individuelle Förderung ableiten.
Adele Grill, Leiterin des Zentrums für Nachhaltigkeit, Gender und Diversität der PPH Burgenland, setzte mit ihrem Vortrag zu interkulturellem und interreligiösem Lernen einen weiteren Akzent. Im Mittelpunkt standen dialogorientierte Bildungsprozesse, die Bedeutung von Perspektivenvielfalt sowie die Rolle der Schule als demokratischer Begegnungsraum.
Johannes Prinz veranschaulichte in seinem Vortrag zur professionellen Beziehungsgestaltung im pädagogischen Alltag, wie bewusst gestaltete Beziehungen neue Handlungsspielräume in herausfordernden Situationen eröffnen können. Ziel sei es, das professionelle Repertoire von Pädagoginnen und Pädagogen durch Perspektivenwechsel und reflektiertes Handeln zu erweitern.
Dem Thema Mehrsprachigkeit widmete sich Hannes Schweiger von der Universität Wien. In seinem Beitrag „mit.sprachen.teil.haben“ hob er die Potenziale mehrsprachig aufwachsender Kinder und Jugendlicher hervor und verwies zugleich auf bestehende strukturelle Barrieren im Bildungssystem. Eine stärkere Förderung sprachlicher Vielfalt sei ein wesentlicher Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit.
„Der Tag der Diversität stärkt das Bewusstsein dafür, dass Vielfalt ein zentraler Kernpunkt von Bildung ist und schafft ein Zeichen für Diversität, Inklusion sowie zur Gleichstellung und Gleichbehandlung aller Menschen. Er unterstreicht damit die Bedeutung eines respektvollen und offenen Miteinanders“, betont Bildungsdirektor Alfred Lehner.
Sabine Weisz, Rektorin der PPH Burgenland, hob hervor: „Diversität ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen. Gemeinsam mit der Bildungsdirektion Burgenland bleibt es unser Ziel, Pädagoginnen und Pädagogen dabei zu unterstützen, die Vielfalt im Klassenzimmer als Ressource zu sehen und jedes einzelne Kind optimal zu fördern.“
Bildtext (v.l.n.r.): HR Mag. Jürgen Neuwirth (Leiter des Bereichs Pädagogischer Dienst), Dr. Johannes Prinz, BA MSc, Walter Reiss (Moderator), Univ.-Prof. Mag. Dr. rer. nat. Roland Grabner, Mag.a Elli Scambor, Dr.in Sabine Weisz (Rektorin der PPH Burgenland), Adele Grill, BEd MAS (Leiterin des Zentrums für Nachhaltigkeit, Gender und Diversität der PPH Burgenland), HR OSR Alfred Lehner, BEd MA (Bildungsdirektor für Burgenland), Franz Jeschko (Schulqualitätsmanager, Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik).
Text- und Bildquelle: Private Pädagogische Hochschule Burgenland














